Literarischer Verein Minden
IN EIGENER SACHE
Da momentan alle öffentlichen Veranstaltungen untersagt sind, weisen wir daraufhin, dass bis auf weiteres alle Veranstaltungen des Programms des Literarischen Vereins für das erste Halbjahr 2021 nicht stattfinden können. Sobald das wieder möglich sein wird, werden wir über die entsprechende Lesung, Ort der Veranstaltung und Uhrzeit informieren.
Programm 1. Halbjahr 2021
Alle Veranstaltungen - soweit nicht anders angegeben - beginnen
um 19.30 Uhr im Hansehaus, Papenmarkt 2, 32423 Minden. ( > Standort/Map )
Eintritt für alle Veranstaltungen frei.
Europäische Familienromane
Die Familie als Thema im Roman ist ein dauerhaftes Thema nicht nur in der europäischen Literaturgeschichte. Immer wieder nehmen Schriftstellerinnen und Schriftsteller den Faden der eigenen Herkunft auf und erinnern und erzählen über eine oder mehrere Generationen in Familiensagas oder Generationenromanen nicht nur vom Schicksal einzelner Personen im familiären Zusammenhang im Laufe der Zeit, oft eines Jahrhunderts. Familienromane sind oft auch eine Darstellung des Ganzen im Kleinen, denn im Hintergrund hört man immer das Geräusch der Zeit, das heißt der Geschichte mit. Exilbewegungen, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftspolitische Verwerfungen, Kriege, Verfolgungen, Brüche und Kontinuitäten, Abstiege und Aufstiege, die im Ablauf der großen Geschichte stattfinden, spiegeln sich wider in den familiären Strukturen und das europaweit. Uwe Johnsons Roman Jahrestage ist dafür eines der bekanntesten Modelle. Neben den Büchern, die der Literarische Verein vorstellen wird, zählen hierfür zu den prägnantesten Beispielen aus jüngster Zeit u.a. der Roman Alle außer mir der Italienerin Francesca Melandri, das Buch Patria des spanischen Autors Fernando Aramburu, oder aus dem ehemaligen jugoslawische Raum Ivana Sajkos Familienroman sowie Die unerhörte Geschichte meiner Familie des bosnischen Schriftstellers Miljenko Jergovic.

Die Europa-Familie / © EC
Mittwoch, 3. Februar 2021, Beginn: 19.30 Uhr
Bov Bjerg – Serpentinen
Marianne Osthoff stellt diesen Roman über familiäre Sprachlosigkeiten vor, bei dem ein Vater mit seinem Sohn eine Reise macht, die beide in das Hügelland führt, aus dem der Vater stammt, zu den Schauplätzen seiner Kindheit.
Mittwoch, 3. März 2021, Beginn: 19.30 Uhr
Wojciech Kuczok – Dreckskerl - Eine Antibiographie
Der Roman Dreckskerl verschaffte Wojciech Kuczok (geb. 1972) den Ruf, der stilsicherste, musikalischste und leidenschaftlichste Schriftsteller der polnischen Gegenwartsliteratur zu sein. "Dreckskerl" erzählt von dramatischen Wendungen der deutschen und polnischen Geschichte im 20. Jahrhundert, deren Gewalt sich im Leben der Familie Kuczok fortsetzt. Mechthild Krämer stellt diese "Antibiographie" vor.
Mittwoch, 7. April 2021, Beginn: 19.30 Uhr
Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben!
AUTORENLESUNG: Zora Del Buono – Die Marschallin
Zora del Buono hat von ihrer Großmutter nicht nur den Vornamen geerbt, sondern auch eine eindrucksvolle, zugleich lebenspralle und tragische Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt eine unvergessliche und widerständige Frau steht. eine unvergessliche Frau. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie, ihrer Kinder und Enkelkinder, vollziehen sich durch das 20. Jahrhundert in einer Zeit der Kriege und der Gewalt, erbitterter territorialer und ideologischer Kämpfe, die unsere Welt bis heute prägen. "Die Marschallin setzt nicht nur einer faszinierenden, widersprüchlichen Figur ein Denkmal, sondern lässt eine ganze Epoche erstehen, und wir bewegen uns staunend durch eine Welt, in der Multikulturalität zum ganz selbstverständlichen Alltag gehörte", urteilte die Neue Züricher Zeitung darüber.
Zora Del Buono, Foto: Yvonne Boehler
Eine Veranstaltung im Rahmen von europa:westfalen – literaturfestival [lila we:] 2021, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die LWL-Kulturstiftung und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe. In Kooperation mit der Stadtbibliothek Minden.
Mittwoch, 19. Mai 2021, Beginn: 19.30 Uhr
Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben!
AUTORENLESUNG: Hubert Seipel – Putins neue Macht
Kaum jemand kennt Wladimir Putin so gut wie Hubert Seipel, der als einziger westlicher Journalist einen direkten, persönlichen Zugang zu ihm hat. In seinem neuen Buch, das im April 2021 erscheinen wird, analysiert er die Politik Russlands der letzten Jahre, das unfruchtbare Kräftemessen der EU mit Russland und ein globales Machtsystem, das sich neu ausrichtet. Seipel (geb. 1950) arbeitete zunächst als Redakteur und Auslandskorrespondent für Stern und Spiegel, bevor er Anfang der 1990er Jahre zum Fernsehen wechselte und sich auf Dokumentationen komplexer wirtschaftlicher und politischer Themen spezialisierte. 2012 sendete die ARD Seipels Dokumentation Ich, Putin – ein Portrait. Anfang 2014 führte er das weltweit erste Fernsehinterview mit Edward Snowden.
Hubert Seipel, Foto: Privat
Eine Veranstaltung im Rahmen von europa:westfalen – literaturfestival [lila we:] 2021, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die LWL-Kulturstiftung und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe. In Kooperation mit der Stadtbibliothek Minden.
Mittwoch, 2. Juni 2021, Beginn: 19.30 Uhr
Iris Wolf – Die Unschärfe der Welt"
Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt. Entstanden ist ein intimer, tiefernster und enorm sinnlicher Roman, der von Gisela Hirschberg-Köhler vorgestellt wird.
Mittwoch, 7. Juli 2021, Beginn: 19.30 Uhr
Deniz Ohde – Streulicht
Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Wahrhaftig und einfühlsam erkundet Deniz Ohde in ihrem Debütroman die feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft. Monika Büntemeyer stellt den Roman vor.
Literarische Abende
Die "Literarischen Abende" finden in der Regel am ersten Mittwoch eines Monats im "Hansehaus" in der Mindener Altstadt statt. Je Halbjahr wird ein ausgewählter literarischer Schwerpunkt thematisiert. Die "Literarischen Abende" sind öffentlich und stellen seit Beginn das Fundament des Vereins dar. Hierzu werden immer wieder auch Autorinnen und Autoren eingeladen. Der Eintritt bei Autorenlesungen ist für Schüler/Studenten frei. Der Eintritt für Mitglieder beträgt 5 Euro, für Gäste 8 Euro.
Literarische Reise
Einmal jährlich organisiert der Verein eine Literarische Reise.
Näheres unter "Literaturreise"